mitarbeiter:

Ines Seidel hat in Leipzig Linguistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Inzwischen lebt sie bei München und arbeitet als Trendanalystin in ihrer Agentur für Zukunftsfitness. Sie interessiert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat, nicht zuletzt, weil sich auch an der Sprache gesellschaftliche Veränderungen ablesen lassen.

Was für eine Rolle spielt Microblogging deiner Meinung nach in der Entwicklung der Kommunikation innerhalb von Social Media?
Microblogging erlaubt ein neues Denken über Kommunikation, weil Sender und Empfänger - falls es überhaupt einen gibt - sich meist nicht kennen und auch keine Beziehung pflegen müssen. Kommunikation im eigentlichen Sinne entsteht aber erst im direkten Zusammenspiel von Sender und Empfänger. Beim Microbloggen ist dieses Zusammenspiel jedoch sehr subtil. Dadurch kann ich mir als Senderin meiner eigenen Rolle sehr bewusst werden: Ich muss entscheiden, ob ich einen Kontext und eine Interpretation mitliefere zu meiner Botschaft oder nicht. Ich kann merken, wie wichtig mir das Mitteilen ist und wie wichtig im Vergleich dazu das Gehörtwerden. Und auch, wie stark Kommunikation einfach dem Füllen von Zeit dient. Diese Überlegungen treten bei einem normalen Gespräch am Kaffeetisch fast nie ins Bewusstsein.

Hat die Tatsache, dass du Tumblr nutzt, deine Perspektive auf Sprache verändert?
Verändert hat sich vielleicht meine Perspektive auf die Rolle des Mediums in der Kommunikation. Tumblr gibt mir die Chance, mit noch mehr Perspektiven auf Sprache in Kontakt zu kommen. Ich habe tolle Bilder, Zitate, Sprachspiele, Beobachtungen bei anderen Bloggern entdeckt – und dann weitergebloggt. Eine wunderbares Mem-Vervielfältigungs-Medium!

Was möchtest du mit Sprachwandeln erreichen? 

Der Sprachphilosoph Wittgenstein hat sinngemäß gesagt, dass die Grenzen der Sprache die Grenzen des Bewusstseins darstellen. Umgekehrt heißt das auch, dass uns an den Grenzen der Sprache unsere Denkbarrieren oder Bewusstseinsgrenzen auffallen können. Das finde ich sehr spannend. Zumal sich Sprache ja weiterentwickelt, genau wie unser kulturelles oder auch individuelles Bewusstsein. Diese Grenzen lassen sich also verschieben.  Mit „Sprachwandeln“ will ich auf den Grenzen, wo uns etwas über uns selbst bewusst werden kann, entlang balancieren. „Sprachwandeln“ ist quasi eine Materialsammlung für mein privates Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Sprache, Bewusstsein und Beziehung. Wenn das auch andere anspricht, freue ich mich.

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Ines Seidel hat in Leipzig Linguistik und Kommunikationswissenschaften studiert. Inzwischen lebt sie bei München und arbeitet als Trendanalystin in ihrer Agentur für Zukunftsfitness. Sie interessiert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat, nicht zuletzt, weil sich auch an der Sprache gesellschaftliche Veränderungen ablesen lassen.

Was für eine Rolle spielt Microblogging deiner Meinung nach in der Entwicklung der Kommunikation innerhalb von Social Media?

Microblogging erlaubt ein neues Denken über Kommunikation, weil Sender und Empfänger - falls es überhaupt einen gibt - sich meist nicht kennen und auch keine Beziehung pflegen müssen. Kommunikation im eigentlichen Sinne entsteht aber erst im direkten Zusammenspiel von Sender und Empfänger. Beim Microbloggen ist dieses Zusammenspiel jedoch sehr subtil. Dadurch kann ich mir als Senderin meiner eigenen Rolle sehr bewusst werden: Ich muss entscheiden, ob ich einen Kontext und eine Interpretation mitliefere zu meiner Botschaft oder nicht. Ich kann merken, wie wichtig mir das Mitteilen ist und wie wichtig im Vergleich dazu das Gehörtwerden. Und auch, wie stark Kommunikation einfach dem Füllen von Zeit dient. Diese Überlegungen treten bei einem normalen Gespräch am Kaffeetisch fast nie ins Bewusstsein.

Hat die Tatsache, dass du Tumblr nutzt, deine Perspektive auf Sprache verändert?

Verändert hat sich vielleicht meine Perspektive auf die Rolle des Mediums in der Kommunikation. Tumblr gibt mir die Chance, mit noch mehr Perspektiven auf Sprache in Kontakt zu kommen. Ich habe tolle Bilder, Zitate, Sprachspiele, Beobachtungen bei anderen Bloggern entdeckt – und dann weitergebloggt. Eine wunderbares Mem-Vervielfältigungs-Medium!

Was möchtest du mit Sprachwandeln erreichen? 

Der Sprachphilosoph Wittgenstein hat sinngemäß gesagt, dass die Grenzen der Sprache die Grenzen des Bewusstseins darstellen. Umgekehrt heißt das auch, dass uns an den Grenzen der Sprache unsere Denkbarrieren oder Bewusstseinsgrenzen auffallen können. Das finde ich sehr spannend. Zumal sich Sprache ja weiterentwickelt, genau wie unser kulturelles oder auch individuelles Bewusstsein. Diese Grenzen lassen sich also verschieben.  Mit „Sprachwandeln“ will ich auf den Grenzen, wo uns etwas über uns selbst bewusst werden kann, entlang balancieren. „Sprachwandeln“ ist quasi eine Materialsammlung für mein privates Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Sprache, Bewusstsein und Beziehung. Wenn das auch andere anspricht, freue ich mich.

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glubsch - Imgur

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(imgur.com) :|

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vampyroteuthis infernalis

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Metropolis II by Chris Burden

Volle Power…Carrera :D

oliphillips:

McDonalds Sculpture
by Terry Border

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